Allianz für Frauengesundheit ist gegründet: Bis Herbst 2027 soll eine nationale Strategie zur Frauengesundheit stehen.
Berlin, 23.09.2026: Mit der feierlichen Proklamation im Estrel Berlin hat sich die Allianz für Frauengesundheit am 22.09. offiziell gegründet. Rund 250 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Versorgung und Wirtschaft verfolgten den Auftakt, bei dem die 16 Initiatorinnen das sogenannte Berliner Commitment präsentierten, eine Selbstverpflichtung, Frauengesundheit strukturell und politisch dauerhaft zu verankern. Die Allianz setzt sich selbst eine Frist und möchte bereits im Herbst 2027 gemeinsame Eckpunkte einer Nationalen Strategie zur Frauengesundheit vorlegen.
„Wir haben aus einer Idee ein echtes Bündnis gemacht. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit“, sagt Cornelia Wanke, Initiatorin der Allianz für Frauengesundheit. „Wir bringen alle relevanten Akteur:innen des Gesundheitswesens an einen Tisch, um gemeinsam Eckpunkte für eine Nationale Frauengesundheitsstrategie zu erarbeiten; konkret und mit klarem Zeitplan.“
Politik sendet ein deutliches Signal der Unterstützung
Neben einem digitalen Grußwort von Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, sprach Dr. Christiane Schenderlein, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, vor Ort ein Grußwort. Darin betonte sie, Frauengesundheit sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die über Fachgrenzen hinweg gedacht werden müsse. Sie begrüße, dass sich mit der Allianz für Frauengesundheit ein breites Bündnis formiert habe, das genau diesen Anspruch verfolge. Das Bundesgesundheitsministerium werde den Dialog mit der Allianz konstruktiv begleiten.
Ökonomische Argumente und Vertrauen als Schlüssel zu besserer Prävention
Der Abend bot mehr als eine Gründungszeremonie: Das McKinsey Health Institute stellte aktuelle Erkenntnisse zur weltweiten „Trillion Dollar Opportunity“ vor und ordnete deren Bedeutung für Deutschland ein. Eine bessere Gesundheitsversorgung von Frauen könnte hierzulande ein zusätzliches wirtschaftliches Potenzial von rund 46 Milliarden Euro jährlich erschließen – das entspricht etwa 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Denn gesundheitliche Einschränkungen beeinflussen auch die wirtschaftliche Teilhabe. Eine bessere Gesundheit kann dazu beitragen, dass Frauen insbesondere während ihrer produktivsten Erwerbsjahre voll arbeitsfähig sind und länger am Arbeitsleben teilnehmen können.
Wie eng Politik und wissenschaftliche Praxis an diesem Abend zusammengeführt wurden, zeigte sich im Panel “International Best Practices in Women's Health“. Den fachlichen Auftakt setzte ein Gespräch mit der international führenden Spezialistin für die Kommunikation von Impfkampagnen Prof. Dr. Heidi Larson, Gründerin und Direktorin des Vaccine Confidence Project an der London School of Hygiene & Tropical Medicine. Larson zeigte auf, wie wichtig eine Nationale Frauengesundheitsstrategie ist um die zentrale Rolle von Frauen in der Akzeptanz von Präventionsmedizin und Präventionsangeboten zu unterstützen sowohl als Adressatinnen von Prävention als auch als zentrale Vertrauenspersonen innerhalb von Familien und Gemeinschaften.
An den Impuls schloss sich eine Diskussionsrunde an, in der Prof. Dr. Turu Stadler von der Charité, Loretta Dignam vom irischen Menopause Hub, Prof. Dr. Sabine Ludwig vom Institut für Diversität in der Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck sowie Sonja Wehsely, Head of EMEA von Siemens Healthineers, internationale Erfahrungen mit strukturierten Frauengesundheitsstrategien einordneten und Übertragungsmöglichkeiten für Deutschland diskutierten.
Wissenschaftlicher Beirat stärkt evidenzbasierte Arbeit
Die inhaltliche Arbeit der Allianz wird von einem interdisziplinären wissenschaftlichen Beirat begleitet. Er ordnet zentrale Themen fachlich ein und sorgt dafür, dass Positionen und Handlungsempfehlungen der Allianz auf belastbarer Evidenz beruhen. Dem Beirat gehören an:
- Dr. Stefan Barth, Public Communication
- Prof. Dr. Nicola Bauer, Hebammenwissenschaften
- Prof. Dr. Sandra Eifert, Metabolische und kardiovaskuläre Gesundheit
- Prof. Dr. Susanne Eble, Frauengesundheit im Arbeitskontext und Corporate Health
- Prof. Dr. Martina Hasseler, Pflege und Versorgungsrealität
- Prof. Dr. Clarissa Kurscheid, Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung
- Prof. Dr. Mandy Mangler, Gynäkologie und reproduktive Gesundheit
- Prof. Dr. Turu Stadler, Public Health, Epidemiologie und gesundheitliche Ungleichheit
- Prof. Dr. Silvia Thun, Digitalisierung, Gender und KI
„Frauengesundheit wird im Gesundheitswesen zu wenig beachtet, es gibt wichtige Forschungslücken, die sich über das gesamte Leben von Frauen durchziehen“, sagt Prof. Dr. Mandy Mangler, Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe am Vivantes Auguste Viktoria Klinikum Berlin und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats. „Der Wissenschaftliche Beirat wird dafür sorgen, dass eine Nationale Strategie den gesamten Lebensverlauf von Frauen in den Blick nimmt, von der Pubertät über die Familienplanung bis in die Wechseljahre und darüber hinaus.“
Die Initiatorinnen der Allianz für Frauengesundheit
Cornelia Wanke, Prof. Dr. Clarissa Kurscheid, Laura Henrich, Marla Luther, Madlen Bürge, Claudia Dettmann, Sandy Doehler, Ulrike Geppert, Anett Hanck, Dr. Nicole Lauscher, Yvonne Magwas, Dr. Rebecca Otto, Anke Rüdinger, Katharina Schmidtke, Dr. Stefanie Schuster und Claudia von Zieten.
Weitere Informationen zur Allianz für Frauengesundheit unter www.allianz-frauengesundheit.de.
Pressekontakt
Sandy Doehler
sandy.doehler@allianz-frauengesundheit.de
Allianz für Frauengesundheit
www.allianz-frauengesundheit.de
Über die Allianz für Frauengesundheit
Die Allianz für Frauengesundheit ist ein sektorenübergreifendes Bündnis von Akteur:innen aus Wissenschaft, Versorgung, Forschung, Wirtschaft und Industrie sowie Betroffenen. Sie wurde am 22.09.2026 mit dem Ziel gegründet, Frauengesundheit dauerhaft und strukturell im deutschen Gesundheitswesen zu verankern. In einem breiten partizipativen Prozess bündelt die Allianz Expertise, führt unterschiedliche Perspektiven zusammen und entwickelt Eckpunkte für eine Nationale Frauengesundheitsstrategie. Ein interdisziplinärer wissenschaftlicher Beirat begleitet die Arbeit und stärkt ihre evidenzbasierte Ausrichtung. Die Allianz versteht Frauengesundheit als wesentlichen Bestandteil einer bedarfsgerechten und zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung. Weitere Informationen unter www.allianz-frauengesundheit.de.